Direkt zum Hauptbereich

Posts

Greeny

Als ich runter in die Küche komme, steht auf einmal Asi vor mir, in Hard Rock Café-T-Shirt und karierten Boxershorts. »Wohnste jetzt hier oder was?«, frage ich, eher im Scherz, aber als er sich umdreht und mich ansieht, stocke ich kurz. In der Hand hält er zwei Kaffeetassen, seine Haare sind zerzaust. Er heißt tatsächlich Asi , das ist die Kurzform seines türkischen Vornamens, aber man spricht es: Assi. Und so nenne ich ihn auch: Assi. »Guten Morgen erst mal«, brummt er nach ein paar Sekunden vorwurfsvoll und fährt sich durch die Haare. Er steht an der Kaffeemaschine und sucht irgendwas. »Suchste die Filter?«, frage ich. »Ja«, sagt er. »Da oben.« Ich deute auf den Schrank und sage grinsend: »Jetzt schuldest’ mir ’ne Fluppe.« Er zieht die Augenbrauen hoch und wirft mir diesen Blick zu, bevor er die Schranktür öffnet und nach den Kaffeefiltern greift. »Komm mir nich’ so«, sagt er, »is’ noch zu früh für deine Scheiße, okay?« Ich grinse. »Was machst’n überhaupt schon auf?«, fragt er, löffe
Letzte Posts

La Dottrina Del Fascismo

Ich baumle immer mit den Beinen, wenn ich in der Bushalte noch eine rauche und mir langweilig ist. Am besten gefallen mir meine pinken Nike Air. Ich weiß, dass sie süß aussehen. Meine Alte hasst es, dass ich rauche. Ist auch so ein Tick von mir, dass ich mir ständig an meinem Lippenpiercing rumbeiße. Ich hab mich im Sommer im Spiegel beobachtet, als ich ’ne Kippe geraucht hab, auch wenn ich’s niemandem erzählen würde. Am liebsten trag ich entspannt Jogginghose und Hoodie. Ich hasse es, wenn mir jemand sagen will, mit wem ich was haben darf oder nicht. Am meisten gefallen mir Südländer. Ich darf meinen Spaß haben, mit wem ich will. Ich rauch JPS Red, weil Jassi erzählt hat, in Gauloises Blau wären Glasfasern. Verknallt sein ist das Schönste. Ich hab ’ne Box mit allen Liebesbriefen seit der Ersten. Ich hab mal mit dreiundzwanzig Typen in einem Jahr rumgehauen. Frauen gehen mir meistens auf den Sack. Ich glaub, ich rauch noch eine. Ich mag’s, wie es jetzt noch so warm draußen ist. Beim S

McDonald’s

Im Sommer als ich 21 wurde, arbeitete ich für ein paar Monate bei McDonald’s. Ich erinnere mich, wie verwirrt die Dame beim Bewerbungsgespräch über meinen Enthusiasmus war. Ich hatte gehofft, in der Nachtschicht zu arbeiten, und es stellte sich heraus, dass diese Stelle gerade frei geworden war. Ich war schon immer eine Nachteule gewesen, also hatte ich mir ausgemalt, ich könnte genauso gut irgendwo arbeiten. Ich hatte mir auch ausgemalt, dass die Nachtschichten gediegener sein würden und ich die Zeit hätte, etwas zu lesen oder so. Es stellte sich heraus, dass ich mehr als richtig lag. Der Nachtmanager war ein paar Jahre älter als ich und wir verstanden uns auf Anhieb blendend. Von 22 bis 5 Uhr betranken wir uns und skateten auf dem Parkplatzgelände. Wenn ein Auto kam, rannten wir zurück ins Gebäude und erledigten die Bestellung. Wir erfanden alle möglichen neuen Kreationen mit den Nuggets und den Pommes und der Ice Cream und schlemmten und quatschten draußen in diesen schwülen Sommern